Tauchprospektion vor dem Kloster Bernried - Starnberger See Untersuchungen im Jahr 2017

 

Im Rahmen des bevorstehenden 900jährigen Jubiläums des Klosters Bernried am Starnberger See wurde die Bayerische Gesellschaft für Unterwasserarchäologie gebeten, die dem Kloster vorgelagerte Flachwasserzone zu prospektieren, um dort evtl. vorhandenes Fundmaterial für eine mögliche Ausstellung während der Feierlichkeiten zu dokumentieren und zu bergen. Um sich einen Überblick zu verschaffen, trafen sich Mitglieder der BGfU im November vor Ort für eine erste Untersuchung. Beteiligt waren auch der Vorsitzende der Gesellschaft für Archäologie in Bayern e. V., Prof. Dr. Bernd Päffgen (Lehrstuhl für vor- und frühgeschichtliche Archäologie, LMU München), Dr. Martinus Fesq-Martin (Lehrstuhl für physische Geographie der Universität Augsburg) sowie Dr. Michael Peters (Leiter der Arbeitsgruppe für Vegetationsgeschichte der LMU München), um in einer gemeinsamen Kooperation die gewonnenen Daten interdisziplinär auszuwerten. Während der Prospektion wurden zwei kleinräumige Flächen in der Nähe des Bernrieder Fähranlegers genauer untersucht, da diese durch den saisonalen Fährverkehr einer starken Erosion ausgesetzt sind. Die hierdurch gebildeten Krater boten somit einen guten Einblick in das Sedimentprofil sowie das mögliche Fundspektrum. Zusätzlich wurden mehrere Sedimentbohrkerne gezogen und analysiert. Dabei zeigte sich anhand der verschiedenen Sedimente deutlich die Entwicklung des Uferbereichs und der Flachwasserzone des Klosters im Laufe der letzten Jahrhunderte. Die hieraus gewonnenen Informationen könnten dazu beitragen, sowohl die Seespiegelentwicklung des Starnberger Sees als auch die klimatischen Veränderungen seit dem Mittelalter genauer zu beleuchten. Allerdings sind hierfür noch weitere Bohrungen nötig. Im Jahr 2018 wird die BGfU in Zusammenarbeit mit der Universität Augsburg weitere Sedimentbohrungen vornehmen, welche im Rahmen einer Übung durch Studenten anschließend ausgewertet werden sollen.

 

 

Maximilian Ahl