Einbaumgalerie

Unter den "unterwasserarchäologischen Befundgruppen" in Bayern spielen die Einbäume eine wichtige Rolle. Über Jahrtausende hinweg wurden Sie als Transportmittel und als Wasserfahrzeug beim Fischen genutzt. Die bislang ältesten Exemplare in bayerischen Gewässern datieren in die Urnenfelderzeit. Weitere Funde belegen eine Verwendungskontinuität über die Latènezeit, das Früh- und das Hochmittelalter bis in das 19. Jahrhundert. Einige der unter Wasser entdeckten Einbäume wurden über die Jahre hinweg von der BGfU dokumentiert. In der hier aufgstellten "Einbaumgalerie" finden Sie zum jeweiligen Exemplar eine Datierung (meist basierend auf 14C-Analysen), eine Umzeichung sowie weiterführende Literatur.

 


Wasserburg, Bodensee

2015 entdeckte Christoph Schmid aus Wasserburg beim Schnorcheln einen Einbaum vor seinem Heimatort. Die BGfU dokumentierte den Einbaum im Jahr 2016 mit Unterstützung der Wasserwacht Lindau. Eine endgültige Datierung steht noch aus.


Urnenfelderzeit / 900 v. Chr.     Roseninsel, Starnberger See

Der bislang längste und älteste Einbaum in Bayern wurde in den 1980er Jahren vor der Weststeite der Roseninsel im Starnberger See entdeckt.


Latènezeit / 485-45 v. Chr. Kempfenhausen, Starnberger See

Im Jahr 2001 dokumentierte die BGfU vor dem Ufer von Kempfenhausen einen latènezeitlichen Einbaum im Starnberger See dokumentiert. Als Besonderheit wies er zwei erhaltene Querrippen auf.

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Latènezeit / 395-210 v. Chr.                      Feldwies, Chiemsee

Der früheste Beleg für die Nutzung von Einbäumen auf dem Chiemsee stellt ein Exemplar dar, das 1994 am Südufer des Sees entdeckt wurde und mithilfe radiometrischer Analysen in die Zeit zwischen 395 und 210 v. Chr. datiert werden konnte. Trotz seines nur noch fragmentarischen
Erhaltungszustandes und einer Restlänge von 3,10 bis 3,20 m konnten innerhalb des Bootsraumes zwei Querrippen beobachtet werden – ähnlich dem etwa zeitgleichen, latènezeitlichen Einbaum von Kempfenhausen im Starnberger See.

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Frühes Mittelalter / 406-600 n. Chr. Kesselsee

Der Einbaum vom Kesselsee wurde 1951 am Westufer des Gewässers "in einer Verlandungszone" entdeckt. Der fragmentarische Rest des Wasserfahrzeuges ist heutzutage im Heimatmuseum in Wasserburg am Inn ausgestellt. Als Besonderheit zeigt dieser Einbaum eine leicht erhabene und auf den Bootsboden beschränkte Querrippe.

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Frühes Mittelalter / 710-810 n. Chr. Langbürgner See

Bereits 1973 von Sporttauchern entdeckt ist dieses Exemplar im Deutschen Museum in München ausgestellt. Erst 2001 wurde der Einbaum von der BGfU zeichnerisch festgehalten. Die 14C-Analyse ermittelte eine frühmittelalterliche Datierung. Im Bereich eines Astloches befindet sich in Bootsmitte eine Reparaturstelle.

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Mittelalter / 980-1150 n. Chr.      Seeheim, Starnberger See

Der Einbaum von Seeheim wurde in den 1970er Jahren von Sporttauchern im Starnberger See entdeckt. Danach musste er mehrfach "umziehen", um ihn zunächst vor weiteren Übergriffen durch Sporttaucher und danach vor der Zerstörung durch nahegelegene Baumaßnahmen zu schützen.

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Mittelalter / 1301-1408 n. Chr. Breitbrunn, Chiemsee

2003 entdeckten Mitarbeiter der Wasserwacht Breitbrunn einen Einbaum direkt vor Ihrer Wachstation in ca. 12 Metern Wassertiefe. Im selben Jahr wurde das Wasserfahrzeug von Forschungstauchern der BGfU dokumentiert. Der Einbaum lag mit "Kiel nach oben" auf dem Seegrund und war in Richtung Seemitte durch eine Hangrutschung verdrückt worden. Mehrere Netzsenker im Umfeld des Einbaumes belegen dessen Nutzung beim Fischen.

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Mittelalter / 1308-1426 n. Chr.            Prien, Chiemsee

Der Einbaum wurde 1912 auf dem Gelände der alten Badeanstalt von Prien am Chiemsee entdeckt. Er ist im örtlichen Heimatmuseum untergebracht.

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Mittelalter / 1464-1640 n. Chr.            Wildsee (verlandet)

Im Januar 2006 ertastete Herr Thurn beim Moorbaden im Wildsee zwei "ungewöhnlich ausgehöhlte Baumstämme", die er richtigerweise als Einbäume identifizierte. Die durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hinzugezogene BGfU dokumentierte unter widrigsten Sichtverhältnissen zwei Einbäume im besagten Moorsee. Mittlerweile ist der See komplett verlandet.

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Neuzeit / 1650-1950 n. Chr.             Wildsee (verlandet)

Der zweite "ertastete" Einbaum des mittlerweile verlandeten Wildsees ergab eine neuzeitliche Datierung.

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Neuzeit / 1660-1955 n. Chr.                 Prien, Chiemsee

Dieser Einbaum wurde beim Grundaushub für einen Neubau in Prien am Chiemsee in mehreren Metern Tiefe entdeckt. Entgegen früherer Vermutungen, dass es sich bei diesem Exemplar um ein prähistorisches Wasserfahrzeug handeln könnte, lieferte die 14-Datierung ein neuzeitliches Datum.

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Neuzeit                                                     Bernried, Starnberger See

Herr Mantz aus Starnberg machte die BGfU im Jahre 2005 auf diesen Einbaum vor Bernried im Starberger See aufmerksam. Heck und Bug laufen "nachenartig" nach oben. Diese typologische Beschreibung sowie der gute Erhaltungszustand deuten auf eine neuzeitliche Datierung des Wasserfahrzeuges hin. Eine 14C-Analyse wurde bislang noch nicht durchgeführt.


Neuzeit / "Einbaum von Josef Wopfner" Prien, Chiemsee

Einer der letzten im Jahre 1881 aufgeführten Einbäume wurden durch Vermittlung des Chiemseemalers Josef Wopfner (1843-1927) dem Bayerischen Nationalmuseum in München übergeben. "Der letzte seiner Art" ist nun als Leihgabe auf dem Dachboden des Heimatmuseums in Prien am Chiemsee untergebracht. Zahlreiche Reparaturstellen belegen den eindrücklichen Wert des Einbaumes, den er für seinen ehemaligen Besitzer dargestellt haben muss.

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Einbäume in Bildern