Start des Mozia Projekts: Neue Kooperation zwischen BGfU, Philipps-Universität Marburg und Soprintendenza del Mare

Die BGfU startete mit Soprintendente Prof. Dr. Tusa, dem Leiter der Soprintendenza del mareund Dr. Francesca Oliveri als wissenschaftlicher Leiterin vor Ort ein auf mehrere Jahre angelegtes Projekt auf der Insel Mozia im Westen Siziliens bei Marsala. Als dritter Partner ist die Philipps-Universität Marburg beteiligt, die Gerd Knepel vertritt. Das BGfU-Team war in dem Forschungsgebäude der Whitaker Foundation untergebracht. Die Whitaker Foundation, ist Eigner der Insel und Partner für Motya-Forschungen. Partner zur See sind Militärtaucher der Guardia di Finanza die auch ihr Boot zur Verfügung stellten.

 

Die 800 v.Chr. gegründete phoenizische Siedlung nahm die gesamte Insel ein, wovon viele Befunde zeugen. In der flachen, 2-3 m tiefen Stagnone-Lagune von Marsala werden weitere Befunde unter Wasser vermutet. Durch die Lagune verläuft eine submerse Unterwasserstraße vom Nordtor bis ans Festland bei Birgi, die in den kommenden Jahren detailliert untersucht und dokumentiert werden soll. Eine Begehung der Straße fand in der ersten Campagne statt.

 

Als weitere Aktionen fand die Dokumentation eines Bretts eines neuzeitlichen Schiffs, des Typs „schifazzo“, am Festland statt sowie der Beginn der Dokumentation eines Schiffswracks des selben ca. 200 Jahre alten Typs, der allerdings bereits im Mittelalter entwickelt wurde. Schifazzos wurden hauptsächlich zum Salztransport eingesetzt, das in Salzpfannen an der Küste noch heute gewonnen wird. Daneben konnten Scherben phönizischer Amphoren und andere Funde geborgen werden.

 

 

Detlef Peukert, Max Fiederling